Fast ne genauso große Gruppe wie nach Cuenca is dann letztes Wochenende nach Kamala gefahrn. Julia wollten nämlich ihren Geburtstag am Strand feiern. So hatten wir 3 Tage absolute Entspannung, mit Rumliegen, Baden und gutem Essen. Abends gabs dann immer schöne Feier n, die wieder bis spät in die Nacht gingen. So wars sicher n sehr schöner Geburtstag und nach Julias eigener Aussage der Erste an dem sie im Meer war.
Freitag, 16. November 2007
2.-4.11.: Fiestas de Cuenca
Da jedes Jahr am 3. November Cuenca seine Unabhängigkeit feiert und wir noch nie auf einem großen Volksfest waren, scheuten wir selbst die ca. 10-stündige Fahrt nicht. Wir hatten uns schon vorher mit Roy, einem Couchsurfer aus Cuenca, in Verbindung gesetzt, bei dem wir zusammen mit Birgit, eine Couchsurferin, die vorher ne Woche bei uns war, übers Wochenende bleiben konnten. Zusätzlich waren noch Julia, einige ihrer Mitbewohner und noch andre Leute, die wir aus Quito kannten mitgekommen, so dass wir im großen und ganzen ca. 18 Leute waren. Und da Cuenca auch als eine sehr schöne Stadt gilt, haben wir den ganzen Freitag – wir waren schon in der Früh angekommen – damit verbracht herumzulaufen und am Flussufer zu liegen. Außerdem is Cuenca auch für seine Panamahüte bekannt, weswegen wir uns gleich jeder einen bei einem echten Hutmacher gekauft haben, bei dem die Hutpressen sogar im Verkaufsraum stehen. Aber der eigentlich waren wir ja wegen den Fiestas gekommen. Die fingen dann Abends an. Zuerst gabs auf dem Hauptplatz Feuerwerk und Tanzdemonstrationen und danach wurde auf verschiedenen Bühnen in der ganzen Stadt Livemusik gespielt, so dass wir bis tief in die Nacht hinein feiern konnten.
Dementsprechend spät sind wir am Samstag aufgestanden und der Tag fing eigentlich erst richtig nach dem Mittagessen an. Etwas außerhalb der Stadt gabs dann sowas wie ein Straßenfest, wo 2 große Bühnen aufgebaut wurden und es Essenstände gab, wo Meerschweinchen an dicken Spießen gebraten wurden. Zusätzlich haben Straßenkünstler ihr können gezeigt, so konnten wir z.B. einer Capoeira-Gruppe zuschaun, die ihre Saltos gezeigt hat. Nach ner kleinen Pause in nem Cafe wars dann auch schon wieder Zeit fürs Abendessen, dass wir in ner schönen kleinen Bar gegessen haben. Das einzigste Problem war bloß, das unser Essen kaum auf die kleinen Tische gepasst hat. Die Nacht haben wir dann wieder auf dem Straßenfest verbracht, das total überfüllt war, weil auf den Bühnen mittlerweile Musik gespielt wurde. Als dann die letzte Band gegangen war, gings in nem Club in der Nähe weiter, so dass wir erst wieder im Morgengrauen schlafen gegangen sind.
Deswegen hatten wir dann am Sonntag auch nur noch Zeit ausführlich zu Frühstücken, unser Zeug zu packen und Eis essen zu gehen. Dann mussten wir auch schon wieder zum Bus, in dem wir insgesamt 12 Plätze besetzt haben. Da das Wochenende soviel Spass gemacht hat, wollen wir irgendwann unbedingt noch mal nach Cuenca.
19.-21.10.: Laguna Quilotoa
Ne Woche nach unsren Dschungelerfahrungen wollten wir mal wieder in die Berge. Unser Ziel war die Laguna Quilotoa ca.70km südwestlich von Quito und diesmal wurden wir sogar von Julia begleitet. Also sind wir am Freitagnachmittag aufgebrochen um über Latacunga und Zumburuha nach Quilotoa zu kommen. Allerdings sind wir erst nachts gegen 22 Uhr in Zumburuha angekommen, weswegen wir uns dort dann n Hostal für die Nacht nehmen mussten. Allerdings haben wir dann am nächsten Morgen nicht schlecht gestaunt. War der Ort am Vorabend noch total ausgestorben, so dass es nich mal mehr möglich wr noch was zu Essen zu bekommen, öffneten wir am Samstagmorgen unsre Zimmertür und schauten auf eine riesige, lärmende Menschenmasse runter. Das Durcheinander hat sich dann als Markt herausgestellt, was uns sehr entgegenkam, weil wir uns so unser Frühstück und nen Proviant zusammenstellen konnten. Als wir damit fertig waren gings dann mit der Camionetta nach Quilotoa, wo wir uns erstmal n schönes Hostal gesucht haben, in dem die Zimmer noch mit kleinen Holzöfchen beheizt werden. Quilotoa ist ein kleines Dorf, dass aus lauter Hostals, 2 Tiendas und dem einem oder andrem kleinen Restaurant besteht. Außerdem liegt es direkt am Kraterrand der gleichnamigen Lagune. Den restlichen Tag haben wir dann erstmal damit verbracht verrückte Springfotos am Rande der Lagune zu machen und danach mit einer kleinen Reittour von ca. 3 Stunden. Dafür, dass ich das erste Mal auf nem Pferd saß, hab ich mich gar nich so blöd angestellt und mit einiger Hilfe von Julia hat ich die grundlegenden Sachen sogar nach einiger Zeit raus. Das einzige Problem war, dass mein Pferd im vergleich zu den andren n faules Stück war und nie in Galopp wollte. Der Vorteil davon war allerdings, das es dafür auch nich so abgegangen is wie Juan, der Muli von Joss, weswegen er einmal unfreiwillig absteigen musste und als Folge nen tiefblauen Fingernagel davongetragen hat. Mir hats allerdings insgesamt sehr viel Spass gemacht und auch mit den folgenden Schmerzen am Hinterteil in den nächsten Tagen konnt ich ganz gut leben.
Am Sonntag sind wir dann in aller Frühe aufgestanden, in der Hoffnung den Sonnenaufgang sehen zu können. Da die Lagune auf 4000m Höhe liegt, wars so kalt, dass wir uns in die dicken Decken aus dem Hostal wickeln mussten, ums am Kraterrand auszuhalten. Auch wenns ne ganz schöne Atmosphäre war, ham wir dann leider doch keinen richtigen Sonnenaufgang gesehen, da es zu viele Wolken gab. Allerdings hatten wir nen traumhaften Ausblick auf die beiden Illinizas. Nachdem wir uns in unsrer Hütte wieder aufgewärmt und im Hauptraum des Hostals gefrühstückt hatten, sind wir auf die 5-stündige Umrundung der Lagune aufgebrochen. Teilweise gibt’s da richtig anstrengende Passagen, aber das tolle ist, dass man die ganze Zeit nen traumhaften Ausblick hat. Außerdem gibt’s praktisch an jeder Ecke traumhafte Picknickplätze. Trotzdem waren wir dann relativ erschöpft und froh als wir wieder im Dorf angekommen sind. Auf der Heimfahrt mim Bus mussten wir dann noch am Cotopaxi, der im Licht des Sonnenuntergangs wie in Flammen stand. Mit diesem traumhaften Bild ging dann ein weiteres Wochenende zu Ende.
Freitag, 19. Oktober 2007
11.-13.10. Limoncocha
Dieses Wochenende hatten wir uns entschlossen auch endlich mal den Oriente von Ecuador kennen zu lernen, der praktisch nur aus Regenwald besteht. Da wir in Tena, einer der größten Städte dort, Fausto kannten, konnten wir über ihn eine Tour buchen, bei dem uns sein Bruder, Eduardo, als Guia gedient hat. So sind wir am Donnerstagnachmittag um 5 Uhr aufgebrochen, um dann gegen 10 Uhr Abends, bei Fausto zu Hause anzukommen. Leider war der etwas neben der Spur, weil seine Frau an dem Tag Geburtstag hatte. Nach kurzer Zeit kam dann allerdings Eduardo, mit dem wir die Tour besprechen konnten, so dass wir dann um Mitternacht zu 7 mit dem Bus nach Coca aufgebrochen sind, den Eduardos 2 Kinder waren auch noch dabei. Dort wollten wir um 7 Uhr ein Kanu nach Pompeja nehmen, da wir aber schon um 5 da waren konnten wir noch ca. 1 ½ Stunden in dem Haus von Eduardos Schwester schlafen. Als wir dann um kurz vor 7 zur Anlegestelle kamen war leider das Boot wegen des Feiertages schon um 6:30 gefahren, so dass wir uns nach einer anderen Mitfahrgelegenheit umschauen mussten, was für uns dann teurer als erwarten kam. Allerdings hätte ein Taxi genauso viel gekostet und Busse gab es an dem Tag nicht mehr. So hatten wir wenigstens ne schöne einstündige Bootsfahrt bei herrlichem Wetter, bevor wir dann in Pompeja ankamen, wo wir uns total fertig von der Hitze erstmal in den Schatten legen mussten. Von Pompeja gings weiter mit der Camionetta bis an den Rand von der Lagune Limoncocha, die wir dann nur noch in nem Einbaum überqueren mussten, um letztendlich an unsrem Ziel anzukommen: eine kleine Ansammlung von Holzhütten, die von einer Indigenafamilie unterhalten wird und wo es weder Strom noch fließendes Wasser gibt.
Unsren restlichen Freitag haben wir dann damit verbracht, uns in den Hängematten auszuruhen und zu versuchen sich nicht zuviel zu bewegen, aber selbst das half nich dagegen, dass einem der Schweiß in Bächen runtergeflossen ist. Nachmittags haben wir uns dann doch noch mal n bischen bewegt. Es ging nämlich wieder im Einbaum auf die Lagune, diesmal allerdings um unser Abendessen zu fischen. Eingeplant waren frisch gefangene Piranhas. Allerdings haben wir nicht sehr viele gefangen, wobei wir trotzdem unsren Spaß hatten. Das einzigst blöde war, dass uns nach der ganzen Zeit auf dem Holzboden des Einbaums extrem das Hinterteil wehgetan hat, so dass wir froh waren als wir in der Dämmerung wieder zurückgefahren sind. Dabei zeigt sich der Regenwald von einer seiner schönsten Seiten, denn das Licht ist einfach einmalig. Nach dem Abendessen, war der Tag allerdings noch nicht zu Ende. Unter einem beeindruckend klarem Sternenhimmel sind wir noch mal ins Boot gestiegen, um ein Schauspiel zu beachten, dass sich nur bei Nacht zeigt. Wenn man nämlich langsam auf der Lagune entlang fährt und dabei seine Taschenlampe über die Ufer streichen lässt, blitzen einem rote Augen aus der Dunkelheit entgegen, so dass einem richtig unheimlich werden würde, wenn man nicht wüsste, dass das die Kaimane sind, die man tagsüber kaum zu Gesicht bekommt. Einen Babykaiman hat Eduardo sogar gefangen, so dass Joss ihn mal halten konnte. Er musste dabei bloß darauf achten, dass er ihm im schön auf die Kehle drückt, um zu verhindern, dass die Mutter von den Rufen angelockt wird. Denn es ist schon Abenteuer genug, wenn man bei Nacht wenige Zentimeter über der Wasseroberfläche fährt und ringsum die Augen der Kaimane blitzen sieht, da muss es nicht auch sein, dass ein 2-4m langes ausgewachsenes Muttertier das Boot angreift.
Am nächsten Tag sind wir wieder praktisch mit dem Sonnenaufgang aufgestanden, diesmal um die Morgenstunden zu nutzen, in denen man am besten die verschiedenen Vögel betrachten kann, die an der Lagune leben. Nach dem Mittagessen sind wir dann mit dem Einheimischen, dem die Hütten gehören, auf eine 5-stündige Tour in den Regenwald aufgebrochen. Neben den ganzen verschiedenen Tier- und Pflanzenarten waren die Highlights sicher den Affen beim Turnen durch die Baumwipfel zuzuschauen, an einer Liane durch den Wald zu schweben, mit Gummistiefeln knietief in den Morast einzusinken, einen Baum zu sehen, der auf 900 Jahre geschätzt wird und so breit ist, dass man bestimmt 40-50 Menschen bräuchte um einmal ganz rumzukommen. Als wir dann wieder zurückkamen, waren wir dann allerdings froh endlich wieder was Essen zu können, denn so eine Tour ist ganzschön anstrengend. Das war dann auch das letzte was wir gemacht haben, da wir gegen 5 aufgebrochen sind, um in Limoncocha einen Bus Richtung Sacha zu nehmen, von wo es einen Direktbus nach Quito gibt. Während der Fahrt konnten wir die Live-Übertragung des Spiels Ecuador gegen Venezuela hören, dass Ecuador leider 0-1 verloren hat. In unsrem Haus in Quito angekommen sind wir dann letztendlich um 6 Uhr in der früh, weswegen wir dann den Sonntag nur genutzt haben, um uns auszuruhen.
Montag, 1. Oktober 2007
28.9/29.9 : Iliniza Norte
Nach 2 Stunden erreichten wir dann auf einer Höhe von 5020m wieder den Hauptkamm, da wir von der Südflanke auf die Nordflanke kreuzen mussten um eine mehrere Meter hohe Steilwand zu umgehen, die einen Vorgipfel bildet. Bereits als wir auf dem Hauptkamm ankamen blies uns von Norden her ein mehr als 100 km/h schneller Eiswind entgegen, so dass wir uns nur krabbelnd fortbewegen konnten, um nicht vom Wind umgerissen zu werden. Auch größere Felsen boten nur bedingten Schutz, allerdings konnten wir in ihrem Schatten wieder aufrecht gehen. Bedingt durch den Nebel, waren aber die Felsen mit einer Eisschicht überzogen, was uns zusammen mit dem Wind daran hinderte den normalen Weg weiterzugehen, auf dem man eine Stelle passieren muss, die nicht umsonst „Desfiladero de la muerte“ (Todesschlucht) heißt. Deshalb versuchten wir die Problemstellen etwas weiter unten an der Nordflanke zu umgehen, wobei uns weiterhin der Wind ins Gesicht blies, dass ich dachte meine Backen würden absterben. Zusätzlich schlug einem der Sand wie eine Schrotladung ins Gesicht, wenn man ein bisschen nach unten rutsche und einmal traf mich ein golfballgroßer Eisbrocken am Auge, wovon ich aber glücklicherweise kein Feilchen davon getragen hab. Nach einer weiteren Stunde Kampf gegen Wind, Kälte und Nebel haben wir uns dann letztendlich entschlossen aufzugeben. Gründe waren, dass wir wegen des Nebels den Weg nicht sehen konnten, uns das Ganze wegen des Windes keinen Spass mehr machte und das steilste Stück auf den Gipfel noch vor uns lag, auf dem wir auf Grund des Nebels sowieso nichts gesehen hätten. Also versuchten wir den selben Weg zurückzugehen, den wir gekommen waren, wobei wir aber schnell die Orientierung verloren. So irrten wir ca. eine Stunde lang in der Nähe des Gipfels herum. Als sich schon Hoffnungslosigkeit und Erschöpfung in uns breit machte, entschlossen wir uns den Weg mit Hilfe des Kompasses zurückzufinden. Dabei stellten wir fest, dass wir gar nicht mehr auf der Nordseite des Berges waren, sondern auf der Südseite. Wir mussten also irgendwo unbewussterweise den Hauptkamm gekreuzt haben, weswegen wir auf der Südseite auch die ganze Zeit in die falsche Richtung gelaufen waren. Endlich auf dem richtigen Weg sind wir nach kurzer Zeit auch auf Fußspuren gestoßen, denen wir ne Weile gefolgt sind. Allerdings waren wir schon so erschöpft, dass wir uns an der nächstbesten Stelle hinsetzen mussten, um etwas zu essen, obwohl es sehr ungemütlich und kalt war. Gerade als wir wieder aufbrechen wollten, klarte es aber wieder für ein paar Sekunden auf, wobei wir ironischerweise feststellen mussten, dass wir nur wenige hundert Meter von der Hütte entfernt Pause gemacht hatten. Dort kamen wir dann kurz vor 12 an und fanden einen Zettel von Flo und Claudi vor, auf dem sie uns mitteilten, dass sie es ebenfalls nicht auf den Gipfel geschafft hatten. Wichtiger für uns war aber in dem Moment, dass sie uns noch 2 Beutel Pfefferminztee dagelassen hatten, wofür wir ihnen unendlich dankbar waren, da wir so unsre Lebensgeister wieder wecken konnten. Der restliche Abstieg nach Chaupi ging dann ohne weitere Probleme vonstatten und nachdem wir erstmal den Nebel hinter uns gelassen hatten machte es auch langsam wieder Spaß. Trotzdem waren wir noch bis halb 4 unterwegs, bis wir im Dorf ankamen, wo wir dann nach 7 ½ Stunden ununterbrochenem Fußmarsch froh waren endlich in einen Bus steigen zu können. Gleichzeitig mit dem Sonnenuntergang kamen wir dann zu Hause in Quito an, wo wir erstmal richtig Essen waren und den restlichen Abend barfuss rumgelaufen sind, froh die Schuhe und Strümpfe losgeworden zu sein. Darüber, dass wir den Gipfel nicht erreicht haben sind wir jetzt im nachhinein gar nicht so enttäuscht, da für uns die Übernachtung auf 4800m und das Überqueren der 5000m Marke wichtiger war. Allerdings werden wir wohl so schnell keinen Berg mehr besteigen.
22.9./25.9/26.9 : Quito: Babyshower, 2 Geburtstage und Stadionbesuch
Die erste lief unter dem Namen „Babyshower“. Dahinter steckt, dass die Kollegin, die uns eingeladen hat, schwanger ist und nächsten Monat ihr Kind bekommt. Die Party hat sie zu ihrem Abschied gegeben, da sie jetzt demnächst dann in Schwangerschaftsurlaub geht. Da wir schon um 2 Uhr in ihrer Wohnung in der Altstadt sein sollten, haben wir uns relativ früh auf den Weg gemacht, weil wir ja noch ein Geschenk für die werdende Mutter brauchten. Unser Streifzug durch die verschiedenen Babyläden der Altstadt hat dann doch etwas länger gedauert als geplant, weil wir zunächst nichts passendes gefunden haben. Dafür hatten wir umso mehr Spaß beim Suchen. Mit ner Stunde Verspätung kamen wir dann bei dem Haus an, was sich als sehr weitläufiger Altbau herausstellte, der eigentlich mehr wie eine riesige WG wirkte, als wie eine Ansammlung von mehreren Wohnungen. Zu unsrer Überraschung waren wir dann auch trotz der Verspätung noch eine der ersten Gäste. Das Konzept der Party bestand dann darin, dass erstmal zu verschiedener Musik getanzt wurde, bis genügend Gäste da waren um mit dem Hauptteil zu beginnen. Der stellte sich dann aus einer Reihe von Wettkämpfen heraus, bei denen sich der Verlierer dann von der Wand einen der Luftballone nehmen musste, in denen Zettelchen mit Aufgaben waren. Ein Wettkampf sah z.B. so aus, dass sich 2 Kontrahenten auf Stühle setzten mussten, hinter denen sich 2 weitere mit verbunden Augen stellten. Diese bekamen dann eine Schüssel mit einer Banane, eine Gabel und einen Löffel in die Hand. Das Ziel war es die Banane blind zu schälen, mit der Gabel zu Brei zu verarbeiten und dann mit dem Löffel den vor sich sitzenden zu füttern. Wer schneller aufgegessen hatte, hatte gewonnen. Leider war ich einer von denen, die gefüttert wurden, so dass ich dann mit bananenverschmiertem Gesicht dasaß und auch noch verloren hatte. Da alle Strafen damit zu tun hatten ein Baby zu imitieren, musste ich wie eines laufen. Geschickt wie ich bin, hab ichs dabei dann auch gleich geschafft nen Plastikstuhl zu zerstören, was aber mehr für Erheiterung gesorgt hat. Glücklicherweise war ich auch nich der Einzige, der Einen kaputt gemacht hat. Eine weitere lustige Strafe hat Jonas dann noch erwischt: er musste unsrer Chefin eine Riesenwindel umbinden. So haben wir einen sehr lustigen Nachmittag verbracht.
Gegen 6 Uhr mussten wir dann allerdings schon wieder gehen, da wir noch auf Jennys Geburtstag eingeladen waren, für den wir noch ein Geschenk einkaufen mussten. Da Jenny außerdem in Guayllabamba wohnt, das 1 Stunde nördlich von Quito liegt, kamen wir da auch erst um 9 Uhr an. Obwohl wir die einzigen Gäste waren und sonst nur Jennys Familie da war, hatten wir wieder sehr viel Spaß. Nach dem guten Abendessen kamen nämlich wieder die obligatorischen ecuadorianischen Geburtstagsbräuche. Nathalie hatte extra dafür einen schönen sahnigen Kuchen gekauft und schon während dem Abendessen den härtesten Ledergürtel rausgesucht, um sich für ihren Geburtstag zu rächen. Allerdings hatte sie dann letztendlich mehr Kuchen im Gesicht als Jenny, weil wir den Part an ihrem Geburtstag auslassen mussten, da der Kuchen zu hart war. Leider mussten wir um kurz nach 12 auch schon wieder gehen, da es nachts sehr schwer ist noch einen Bus nach Hause zu bekommen. Letztendlich musste wir auch bis 1 Uhr warten, bis endlich einer so freundlich war uns mitzunehmen.
Die Einladung zum nächsten Geburtstag kam dann sehr spontan. Eigentlich wollten wir am Dienstag (25.) abends Salsa-Stunden nehmen. Dazu hatten wir Julia eingeladen, die mit ihren 2 Freundinnen Laura und Lisa ein paar Tage bei uns übernachtet hatte und mittlerweile für 3 Monate als Freiwillige in einem Projekt im Süden von Quito arbeitet. Allerdings hatte eine ihrer Mitbewohnerinnen Geburtstag, weswegen sie nich kommen konnte und hat uns eingeladen auch zu kommen. Deswegen haben wir uns spontan umentschieden und unsrem Salsa-Lehrer abgesagt. Das Lustige war dann, dass Anna und Marina am späten Nachmittag zurückkamen und kurz bevor wir loswollten noch 3 weitere Gäste, die wir vorher noch gar nich kannten. Theresa, Tobi und Juan hatten von Theresas Bruder Jonas, der Anfang August für n paar Tage bei uns war, von unsrer Wohnung gehört. Also haben wir die auch gleich noch eingepackt und uns zu 10. aufn Weg gemacht. Dadurch haben wir die Gästeanzahl auf der Party gleich mal verdoppelt, was aber kein Problem war, weil genügend Platz vorhanden war und wir Getränke selber mitgenommen hatten. Wir ham sogar noch Lasagne und Kuchen zum Abendessen bekommen. Ansonsten wars auch wieder n ganz netter Abend, an dem wir mal Julias Mitbewohner kennen gelernt haben.
Am nächsten Tag gings dann ins Stadion von Quito. Manuel, unser Spanisch- und Salsalehrer, hatten uns nämlich erzählt, dass ein ganz besonderer Spieltag wäre. 2 Spiele würden direkt hintereinander stattfinden und der Eintritt für beide zusammen wären nur 6$. Die Begegnungen waren: Nacional gegen Liga ( die beste Mannschaft aus Quito), die vor dem Spiel punktgleich auf dem ersten Platz lagen, und Barcelona ( die beste Mannschaft aus Guayaquil, die auch als die beste aus Ecuador gilt und die meisten Fans hat) gegen eine andere Mannschaft aus Quito. Da wir aber keine Lust hatten über 3 Stunden im Stadion zu sitzen, haben wir uns nur das Erste angeschaut, was aber auf jeden Fall sehr interessant war, da beide Mannschaften sehr temporeichen Fussball gespielt haben. Letztendlich hat Liga mit 2:0 gewonnen und ist jetzt Erster in der ecuadorianischen Liga.
14.9-16.9. Kamala (Manglaralto, Montanita, Puerto Lopez)
Der Samstagmorgen fing dann mit einem Frühstück im 5km entfernten Montanita an. Das is einer der bekanntesten Partyorte an der Küste von der Ecuador und so konnten wir auch schon gegen 9 die ersten Touristen mit nem Bier in der Hand bewundern. Zurück in Kamala war dann Joss auch schon angekommen, der freitags ja noch arbeiten musste. Da Svenja schon in der früh zu nem Tauchgang vor der Küste verabschiedet hatte, waren wir aber trotzdem nur zu viert und haben eigentlich genau dasselbe wie am Tag vorher gemacht. Nur abends sind wir wieder nach Montanita gegangen um was zu Essen und mal n bischen zu feiern. So saßen wir in ein paar Bars, konnten Straßenkünstlern bei ihren Kunststücken zuschauen, die von Trommelmusik unterstützt wurden und letztendlich noch in einer Art Freiluftdisko eine Live-Band sehn. Das ganze hat aber dazu geführt, dass wir sehr spät zu Hause waren. Da wir allerdings am Sonntag nach Puerto Lopez fahren wollten um eine Tagestour zu machen, mussten wir schon wieder um 5:30 aufstehn und waren deshalb total übermüdet. Letztendlich konnten wir uns aber doch aufraffen und waren gegen 7 in Puerto Lopez. Unsre Tour hat dann um 9 begonnen, zu der eine einstündige Fahrt zur „Isla de la plata“ gehörte, während der wir auch schon ein paar Buckelwale sehen konnten. Auf der Insel, die ein Naturschutzgebiet für Vögel ist, haben wir dann eine Führung bekommen, bei der wir unter anderem Blaufußtölpel und Fregattvögel gesehn haben. Danach konnten wir noch Meeresschildkröten und Tropische Fische füttern, die wir dann auch noch beim Schnorcheln beobachten konnten. Das einzig unerfreuliche war allerdings, dass es jede Menge kleine Quallen gab, so dass es doch des öfteren auf der Haut gebrannt hat. Auf der Rückfahrt haben wir dann noch mal nen längeren Halt auf See gemacht um diesmal den Walen ausführlicher zuzuschaun. Da zurzeit Paarungszeit ist versuchen die Männchen die Weibchen mit Sprüngen und sonstigen Kunststücken zu beeindrucken, was bei einem mehreren Meter langem Buckelwal dann doch außergewöhnlich aussieht. Zurück in Puerto Lopez waren wir dann wieder gegen 6 Uhr abends, wo wir uns gleich für 7 einen Bus nach Quito gebucht haben. Dort sind wir dann nach ca. 11 Stunden Fahrt um 6 Uhr ins Bett gefallen. Da es allerdings Montag war und wir arbeiten mussten, war mehr als ne Stunde Schlaf leider nich drin. Den Rest haben wir dann Abends nach der Arbeit nachgeholt.